Über Auslandsmonate, Praktika und jede Menge inspirierende Gespräche – und über das Bekämpfen des „flauen Gefühls der Ratlosigkeit“.

Ich habe damals versucht, euch zu vermitteln, dass genau diese Angst manchmal wichtig ist, um die richtige Entscheidung zu treffen. Ich habe mir Zeit für meine Entscheidung genommen und nichts überstürzt, bin mit vielen wertvollen Erfahrungen in mein Studium gestartet und kann heute sagen, dass ich alles richtig gemacht habe.

Ich hatte mich letztendlich für Kommunikationswissenschaften entschieden und studiere nun Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste in Berlin. Der Weg dorthin war aufreibend – Ein Bewerbungsschreiben, ein vierstündiger Aufnahmetest und zum krönenden Abschluss auch noch ein Interview vor der versammelten Fakultät. Aufregung war vorprogrammiert. Umso größer war dann natürlich die Freude, als der lang ersehnte Brief endlich ankam und ich meine Zusage in den Händen hielt – Ich hatte also tatsächlich alle Hürden überwunden und konnte nun in Berlin studieren!

Hand in Hand mit der Freude kam aber natürlich auch ein wenig die Überwältigung. Berlin! Was für eine riesige Stadt. Und gleichzeitig auch so viele Möglichkeiten, so viel Inspiration und so unglaublich viel Freiheit. Mir stellte sich also die große Frage: Lieber zuhause bleiben, oder weit weg gehen und etwas ganz Neues ausprobieren?

Die Option, zuhause in Mannheim zu bleiben, klang auch verlockend. Hier hatte ich meine Familie, meine Freunde und fühlte mich einfach zuhause. Ich hatte hier mein eigenes kleines Habitat, mit meinem Lieblingsclub, dem Sushimann meines Vertrauens und meiner besten Freundin um die Ecke. Würde ich all das nicht schrecklich vermissen, wenn ich 600 Kilometer weit weg studieren würde?

Andererseits war der Punkt, ins völlig Unbekannte zu starten, auch sehr spannend. Ich war zwar schon des Öfteren in Berlin gewesen, aber das kann man natürlich nicht mit der Situation vergleichen, dort zu wohnen. Eine so große und spannende Stadt auf eigene Faust zu erkunden, neue Menschen kennen zu lernen und ein eigenes Leben um mich herum zu schaffen, war wahnsinnig verlockend.

Letzten Endes habe ich den Schritt nach Berlin gewagt und bereue dies kein bisschen. Eigene Wohnung, neue Freunde, eine fremde Stadt – So viele Dinge, die dafür sorgten, dass ich lernte auf eigenen Beinen zu stehen. Etwas zu bewältigen, ohne dass die Eltern
oder Freunde im Hintergrund stehen, fühlt sich ziemlich gut an.

Mit der Wahl meines Studiengangs bin ich extrem zufrieden – Die bunte Mischung aus Kommunikationswissenschaften, kreativem Schreiben, BWL, Grafikdesign, Videotechnik und weiteren medienwissenschaftlichen Bereichen bietet viel Abwechslung. Da der Studiengang an einerKunstuniversität unterrichtet wird, kommt die Kreativität nie zu kurz und der Kontakt mit anderen Studiengängen bietet Einblicke, die man an klassischen Universitäten sicher nicht bekommt.

Unendlich viele Gesichter

Berlin als Stadt bietet, wie ich mir ja auch erhofft hatte, wahnsinnig viele Möglichkeiten. Egal, in welche Richtung das Studium gehen soll – hier wird man immer viele interessante Menschen kennen lernen, die das Gleiche machen möchten, und die aus allen Ecken der Welt in Berlin aufeinandertreffen. Egal ob man hier die vielfältige Kultur genießen, die Clubs der Stadt erkunden oder durch die alten und neuen Straßen flanieren möchte – Für Inspiration und neue Ideen ist hier immer gesorgt.

Berlin hat unendlich viele Gesichter, und jeder kann sich hier genau so verwirklichen, wie er möchte. Genau das macht diese Stadt so besonders – dieses ultimative Gefühl der Freiheit. Auch bei der Wahl meines Studiengangs war letztlich die Devise, sich genug Zeit zu nehmen und alle Optionen zu durchdenken. Und am Ende muss man eben doch einfach das Bauchgefühl entscheiden lassen und dem inneren Gefühl nachgehen. Und das hat mich bisher noch nie falsch geleitet.