Manchmal lohnt es sich tatsächlich ein bisschen länger zu warten, wenn man ein Ziel vor Augen hat. Und zwar auch, wenn sich zwischenzeitlich von einigen Seiten Zweifel aufdrängen . . .

Ich bin Jana, und in meinem Fall kann ich jedem nur dazu raten, sich nicht vom eigenen Weg abbringen zu lassen und die Dinge so zu nehmen wie sie sind. Du kommst deinem Ziel jeden Tag ein bisschen näher, manchmal durch ein paar kleine Umwege, und am Ende lohnt es sich dann doch. Einige Zeit vor dem Abi stand für mich fest, dass nur ein Medizinstudium in Frage kommt und dass auch einige Hürden daran nichts ändern würden. Im Hinblick auf das Studium machte ich direkt nach dem Abitur das dreimonatige Pflegepraktikum im Krankenhaus. Dieses muss man vor dem Physikum, also nach dem vierten Semester, abgeleistet haben. Doch, wie irgendwie nicht anders erwartet, brachte mich das nicht zum ersehnten Studienplatz. Dabei hatte ich mich an Unis in ganz Deutschland beworben, um meine Chancen zu erhöhen. . .

Also musste was Neues her um sich meinem Traumstudium anzunähern. Nach intensiver Suche beschloss ich erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr im Rettungsdienst zu machen. Einige Universitäten rechnen nämlich Freiwilligendienste als Boni an und dieser Bereich liegt der Medizin ja auch sehr nahe. Das soziale Jahr half mir persönlich enorm weiter:

Ich habe meinen Rettungssanitäter gemacht und viel Aufregendes und Interessantes in dieser Zeit erlebt, was mich nur noch mehr darin bestärkte meinen Weg weiterzugehen. „Jetzt muss es klappen..!“, dachte ich nach der Ausbildung zum Rettungssanitäter, dem letzten Tag im FSJ und dem Medizinertest, doch mich erwarteten nach der erneuten Bewerbungsphase wieder nur Absagen. Nun stand ich wieder vor der altbekannten Frage, wie es weitergehen soll. So entschied ich mich für eine Berufsausbildung. Da mir die Arbeit im Rettungsdienst sehr gefallen hat, fiel die Entscheidung schnell auf eine Ausbildung zur Rettungsassistentin. Glücklicherweise konnte ich diese Ausbildung innerhalb von sechs Monaten absolvieren, da ich durch meinen Rettungssanitäter bereits eine anerkennungsfähige Ausbildung hatte.

Ich arbeitete weiter im Rettungsdienst, bis sich für mich so ziemlich unerwartet die Chance ergab, als Au-pair für einige Monate nach Amerika zu gehen. Auch eine Möglichkeit sich die Zeit bis zum Studium zu vertreiben und weitere Wartesemester zu sammeln, oder? Also Koffer gepackt und ab nach New York City.

Doch das Schicksal war von meinem Plan anscheinend einfach nicht begeistert. Denn wie es der Zufall nach langen zweieinhalb Jahren Warten wollte, erhielt ich „drüben“ die Zusage zum Studium! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich ich war. Ich konnte es gar nicht richtig glauben. Und so blieb mir dank einer ganz verständnisvollen Gastfamilie nur die plötzliche Heimreise.

Es folgte innerhalb weniger Tage der Umzug, schon kamen der erste Unistress und die ersten Klausuren. Natürlich muss man sagen, dass ich am Ende doch ein riesiges Glück hatte, so „schnell“ zum Studienplatz für Humanmedizin zu kommen, da die Wartezeit bis zum garantierten Platz aktuell bei 13 (!) Semestern liegt, und dass ich da mit meinen 22 Jahren absolut zum Durchschnitt bei uns Erstsemestern in diesem Studiengang gehöre.

Aber es zeigt eben auch, dass es sich lohnt zu kämpfen und schließlich kann ich nur sagen:
Ich würde es genauso wieder tun!