Gut ausgebildete Absolventen sind gefragter denn je. In zahlreichen Branchen fehlen Fachkräfte.
Nachwuchskräfte sind deshalb begehrt. Unternehmen müssen daher attraktiver werden, um in diesem sogenannten „War for talents“ gegen die Konkurrenz zu bestehen.

Eine gute Bezahlung allein reicht dafür nicht. Andere Faktoren spielen eine immer stärkere Rolle. Für Dich ist das eine komfortable Position, denn wenn Du gefragt bist, kannst Du dir zum Einen den Arbeitgeber aussuchen und zum Anderen die Bedingungen zu deinen Gunsten beeinflussen. Die McKinsey-Studie „Wettbewerbsfaktor Fachkräfte – Strategien für Deutschlands Unternehmen“ zeigt mehrere Wege auf, mit denen genügend gut ausgebildeter Nachwuchs gewonnen werden kann.

Ein wichtiger Punkt dabei ist die strategische Ausrichtung des Recruitings. Dazu gehören laut der Unternehmensberatung auch Bindungsprogramme für Schüler, Auszubildende und Studenten, sowie die Öffnung von Einstellungsprofilen. Solche Programme haben positive Effekte sowohl für die Unternehmen als auch für Dich. Die Firmen schaffen sich einen Talentpool und stärken gleichzeitig ihr Image. Außerdem wirken die Teilnehmer der Programme als Multiplikatoren unter anderen Talenten.

Du wiederum kannst schön früh in ein bestimmtes Arbeitsumfeld hineinschnuppern, ohne dich gleich langfristig vertraglich binden zu müssen. Darüber hinaus hast Du bereits den ersten Schritt auf dem Weg zur Einstellung gemeistert und bist bei den Entscheidern bekannt. Die Audi AG beispielsweise rekrutiert laut der Studie bereits zwei Drittel der eingestellten Hochschulabsolventen durch ein Praktikum oder eine Abschlussarbeit.

Schüler und Studenten sollten daher schon frühzeitig den Kontakt zu Unternehmen suchen, die solche Programme anbieten. Wenn Du erst einmal diese Etappe geschafft hast, kannst Du die Entscheider mit guten Leistungen und kreativen Ideen auf dich aufmerksam machen und bist anderen Bewerbern bereits einen großen Schritt voraus.

Bei allen Chancen für junge Absolventen heißt das aber nicht, dass Du dich auf die faule Haut legen und warten kannst, bis die Arbeitgeber vor der Türe stehen. Die Qualifikation und das Auftreten müssen trotzdem stimmen. Viele Unternehmen suchen zwar dringend Fachkräfte oder werden dies in den nächsten Jahren tun müssen, doch gut ausgebildete junge Deutsche sind dabei nicht die einzige Lösung.

Junge deutsche Talente kämpfen nicht nur mit anderen klugen Köpfen aus der Bundesrepublik um die Stellen. Auch Jugendliche aus dem europäischen Ausland – vor allem aus Südeuropa, wo eine hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht – drängen verstärkt auf den deutschen Arbeitsmarkt. Programme, die spanischen Jugendlichen in Deutschland Arbeitsplätze vermitteln, laufen bereits. Außerdem greifen Unternehmen wieder stärker auf ältere Arbeitnehmer zurück und nutzen deren Erfahrung teilweise auch über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus. Schließlich können auch durch interne Weiterbildungsmaßnahmen Fachkräfte im eigenen Haus geschult werden, ohne junge Talente einzustellen.

Guter Nachwuchs ist allerdings die langfristigste Lösung. Für Dich heißt das, dass Du auf dich aufmerksam machen musst. Denn nur
wer bemerkt wird, kann auch eingestellt werden.Nachwuchs