Qualitätssicherung kann manchmal ganz schön oberflächlich sein.

Kannst du dich noch an diese ziemlich peinliche Show auf ViVa erinnern, bei der eine Jury – die sogar noch ein Stück weit peinlicher war als die Show an sich – darüber urteilte, ob die Kandidaten sexy sind oder nicht? Nannte sich zu seiner Zeit „Are You Hot?“. Eine grässlich oberflächliche und beleidigende Sache, wenn du mich fragst. Aber dennoch ein gutes Beispiel, um dir vor Augen zu führen, wie es manchmal in der Chefetage oder der zuständigen Personalabteilung eines Unternehmens zugeht, welches gerade eine Azubi-Stellenausschreibung veröffentlicht hat.

Okay, ganz so hart ist es nicht. Schließlich dürfen und möchten die Herrschaften nicht nach dem Aussehen bewerten, aber lasse dir gesagt sein: Der erste Eindruck zählt!

Und dieser entsteht nunmal in den ersten zwei Sekunden des Betrachtens deiner Bewerbung. Foto und Anschreiben sollten daher perfekt sein. Authentisch und vor allem hervorstechend! Aber wie weit darf deine Kreativität sprießen, um trotzdem noch seriös zu bleiben?
Mit diesem Unwissen habe ich mich an Personaler verschiedenster Branchen gewendet, die mir erklärten, worauf sie wirklich Wert legen. Ob Energieversorger, Verlag, Radiosender oder Bank. Kreativ und aufgeschlossen oder traditionell und linientreu…Ideenreichtum und Originalität sind immer gefragt.
Nur, wie bringe ich diese zu Papier?
Um noch kurz vorweg zu greifen: Jede Bewerbung wird vollständig durchgelesen und nach bestimmten Richtlinien objektiv bewertet. Jedoch sind Personaler eben auch nur Menschen und wenn der erste Eindruck negativ ist, wird ihnen die unvoreingenommene Beurteilung schwerer fallen.

Wie sollen also die Fotos aussehen?

Natürlich kannst du mit einem klassischen Bewerbungsfoto nie etwas verkehrt machen: Freundlich lächeln, eine angenehme Belichtung und am besten trägt man ein Jackett oder Blazer.
Ganz wichtig ist, dass du weißt, wo du dich bewirbst. Ist das Unternehmen innovativ und dein Traumberuf ebenfalls? Dann ist es wichtig, dass du besonders aus dir herausgehst und keine Scheu hast aufzufallen. Solltest du jedoch bei einem traditionellen, vielleicht sogar spießigen Unternehmen anheuern, ist ein ruhigeres Foto wahrscheinlich mehr geeignet.
Wir würden uns jedoch nicht „abgehn!“ schimpfen, wenn wir uns mit klassischen Idealen zufrieden gäben…
Wir wollen Kreativität und Leidenschaft hervorbringen und sie sogar dort fördern, wo man sie im Normalfall nicht finden kann!

 

foto_dos

Viel wichtiger ist jedoch, wie dein Foto NICHT aussehen sollte!

Orientieren kannst du dich an folgenden Don’ts:

fotos_donts

Der zweite Eindruck zählt nochmal mehr!

Also was ist nun mit dem Anschreiben?
Bei dem Thema Anschreiben wird es nun verzwickt. Hier kann ich dir keine Vorlage geben. Schließlich bewirbst du dich individuell bei einem Unternehmen deiner Wahl! Ich kann dir aber eine Stütze geben, wie du dein Anschreiben so verfassen kannst, dass es eben nicht das Gleiche ist, wie die 100 vorherigen, die der Personaler in der Hand hatte.
Die ganzen üblichen Tipps, die du auf jeder Internetseite finden kannst, gelten hier natürlich auch! Das hier sind nur Zusätze, mit denen du deine Bewerbung etwas aufmotzen kannst.

– Fangen wir doch gleich mal beim Deckblatt an:

Was echt immer super ankommt, sind Deckblätter,die passgenau auf das Unternehmen zugeschnitten sind. Hat das Unternehmen einen besonderen Werbeslogan? Warum nutzt du diesen nicht und passt ihn an deine Fähigkeiten an? Trau dich! So sieht das Unternehmen, wie sehr du dich mit der Materie befasst hast.

– Weiter geht es mit der Struktur: Schau dir deinen Lebenslauf genau an.Du kannst dich daran orientieren und so einen roten Faden durch dein Anschreiben ziehen. Gibt es Lücken? Das ist gar nicht so tragisch, wie immer behauptet wird. Wichtig ist aber, dass du in deinem Anschreiben darauf eingehst und erklärst, was es mit diesen Lücken auf sich hat.

– Der erste Satz ist besonders wichtig. Er sollte daher perfekt sein. Ein allgemeines „Hiermit bewerbe ich mich in Ihrem Unternehmen für folgende Ausbildung“ ist total abgedroschen und wirklich langweilig. Hier kannst du entweder auf das Unternehmen und dessen Branche eingehen oder mit dir selbst anfangen. Wie bist du dazu gekommen, dich hier zu bewerben? Was ist an dieser Branche so spannend für dich? Warum genau dieses Unternehmen? Personaler sehen es gerne, wenn du ganz speziell auf das Unternehmen eingehst.

– Was hast du bis jetzt in deinem Leben gemacht, was dich dazu befähigt diese Ausbildung zu machen? Selbst Dinge, die nicht an Zertifikaten belegbar sind, kannst du hier nennen.

– Nutze rhetorische Stilmittel, um die Aufmerksamkeit auf deinem Anschreiben zu halten! Eine rhetorische Frage, eine Alliteration oder eine Anapher. All das Zeug, das du mal im Deutschunterricht gelernt hast, kann dir tatsächlich weiterhelfen. Natürlich sollte dein Anschreiben jetzt nicht voll damit sein, aber hier und da mal die Bewerbung aufzulockern, ist eine gute Sache. So hat der Mitarbeiter, der deine Bewerbung liest, auch Spaß daran und genau darauf zielen wir ab!

Letztendlich liegt die Bearbeitung deiner Bewerbung ganz bei dir. Ich kann dir daher keine Musterbewerbung vorgeben, die dir definitiv einen Job verschafft. Natürlich ist auch jedes Unternehmen anders gestrickt. Also ist das höchste Gebot, dass du dich über das Unternehmen informierst bevor du dich bewirbst. Darauf sollte deine Bewerbung dann aufbauen.