Bei mir ist die Antwort dann doch eher ein „Nein“, obwohl ich regelmäßig ins Fitnessstudio gehe, mit hoher Intensität und viel Abwechslung trainiere, behaupte ich dennoch kritisch von mir selbst: “Richtig“ FIT bist du nicht“. – Das klingt ja alles sehr anmahnend, was soll das und wieso?

Ganz einfach, wer für die gute Form Gewichte stemmt und sich ab und zum Cardio quält, sich für die Gesundheit auch jedes Mal fleißig dehnt, der ist noch lange nicht „FIT“ – Zumindest nicht so, wie ein „Crossfitter“  Fit sein bezeichnen würde. Und genau darum geht es hier.

„Crossfitter“ ist meine eigene Kreation um Menschen zu bezeichnen, die den Sport „Cross-Fit“ ausüben. Bestimmt habt ihr auch schon davon gehört und könnt eventuell auch erahnen, was sich dahinter verbirgt. Der „Crossfitter“ behauptet von sich selbst, er sei davor gar nicht wirklich fit gewesen. Ach ja? Ich bin doch fit, dachte ich mir. Aber dann habe ich es getestet…

Wie der Name schon sagt überschneiden sich hier mehrere Aspekte des Fitnesstrainings. Hier wird nicht nur für den sexy Strandkörper trainiert, hier wird geschwitzt was das Zeug hält. Crossfit ist ein erbarmungsloser Ausdauer-Kraft-Sport. Hier werden Ausdauer, Kraft, Koordination und Teamgeist trainiert.

Wie ich auf die Thematik komme? Mir wurde schon oft davon berichtet und daraufhin habe ich es ein paar Mal in einem Kurs im Fitnessstudio mittrainiert. Irgendwann kam mir die Idee doch einmal bei einem CrossFit Programm mitzumachen – das wie in den Videos abläuft. Sprich richtig hartes, schweißtreibendes Training. Also habe ich los gegoogelt und direkt einen kostenlosen Schnupperkurs gefunden. Zack war ich angemeldet und bin an einem Samstagmittag dorthin gewatschelt. Ganz versteckt hinter einem ziemlich schäbigen Hotel fand ich dann den Eingang zu der Trainingshalle.

Ein rießiger Raum, mit hohen Decken, schwarz ausgelegtem Boden, überall waren Eisenstangen wie ein Gerüst aufgebaut. In der einen Ecke lagen die Kettleballs, in der anderen die Bälle – die zwar aussehen, wie Basketbälle aber schwer wie Sandsäcke sind. Kein Schnick Schnack war hier anzutreffen. Die Umkleide war nur durch einen einfachen Vorhang von der Trainingsfläche abgegrenzt. Alles Egal – es spielte keine Rolle, es ging sowieso direkt los.

Erst ein kurzes Kennenlernen, wer hier so dabei ist, dann die Einführung. Welche Geräte und Übungen heute eine Rolle spielen würden und wie die richtige Ausführung funktioniert. Daraufhin folgte ein kurzes WarmUp. Wir waren ca 10 Leute, es wurden 2 Gruppen eingeteilt. Gruppe A durfte erstmal kräftig rudern, Gruppe B musste wie eine Raupe mit integrierten Liegestütz von einer Seite des Raumes zur Anderen gelangen. Hier war der Fokus vor allem auf die Beweglichkeit gerichtet.

Bei der Einführung konnte ich als einzige Frau richtig punkten. Das war echt witzig. Anfangs dachte ich, ich würde sowieso bei allem erstmal schlechter abschneiden als die Männer – Falsch gedacht! Auch beim späteren Hauptteil des Trainings hatte ich durchaus eine akzeptable Rundenanzahl.

Denn genau darum geht es beim Hauptteil. Es wurde die Zeit festgelegt, in unserem Fall waren es 15min. (15 – 30min für den Hauptteil sind üblich im Crossfit). Es gab 3 verschiedene Übungen und dann ging es auch schon los. Eine Übung nach der Anderen, mit vorgegebener Wiederholungszahl durchzuziehen, war die Aufgabe. Und die Schwierigkeit bzw. das Hauptaugenmerk dabei lag nicht nur auf den Gewichten oder des eingestellten Widerstands beim Rudern, sondern auch auf der Schnelligkeit. Die Aufgabe lautete: Schaffe so viele Runden wie möglich, in 15 min.! Und los ging‘s. Totaler Adrenalin-Kick. Ich war völlig außer Puste, aber wollte unbedingt viele Runden schaffen. Durch den schnellen Wechsel der Übungen habe ich auch nicht an Power verloren. Bei jedem neuen Start einer Übung habe ich Vollgas gegeben…

Richtig hart und richtig erfolgreich! Das Gefühl danach – unschlagbar!

Der Mist an dem Ganzen? Die wollen einen Haufen Geld für die Mitgliedschaft. Ich als Student, gebe mich dann doch lieber mit meinen Fitnessstudiokursen zufrieden und versuche mir noch ein paar Schnuppertrainings zu ergattern. Haha!

 

Bild: © Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de