Bestimmt hast du es auch schon mitbekommen: Plastik verschmutzt unsere Ozeane und Strände.

 

Oft hat das tödliche Folgen für viele Meeresmitbewohner und Seevögel. Kleine Plastikpartikel können sogar in die menschliche Nahrungskette gelangen. Da die Zersetzung des Stoffes zwischen 350 und 400 Jahren andauern kann, ist Plastik eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Vor allem Verpackungsmaterialien spielen in dieser Hinsicht eine große Rolle: Etwa die Hälfte des weltweit produzierten Kunststoffmülls entsteht durch Verpackungen. Wenn das Plastik in vielen Fällen nicht richtig entsorgt oder recycelt werden kann, warum umgeht man dann nicht gleich die Entstehung des Mülls?

Plastik-Alarm im Supermarkt?

Im Supermarkt sieht man vor lauter Plastik die Lebensmittel nicht. Diese Aussage stimmt nur noch teilweise. Auch wenn die Geschäfte immer noch einige Vorteile in Plastikverpackungen wie beispielsweise Schutz beim Transport und Verlängerung der Haltbarkeit sehen, versuchen sie den Kunststoff in ihrem Sortiment zu reduzieren. Obst und Gemüse werden daher vermehrt auch lose angeboten. Zudem weichen Aufklebern sogenannte „Laser Brandings“. Hier wird die Markierung durch einen Laser in die Schale eingebrannt und somit wird kein Müll erzeugt. Ebenso ist es teilweise an den Wurst- und Käsetheken erlaubt, seine eigenen Behälter mitzubringen – auf diese Weise können die Lebensmittel direkt dort hineingelegt und müssen nicht extra verpackt werden.

Der Rückgang der Plastiktüte

Der Handel geht neben dem Rückgang an Verpackungen zusätzlich auch gegen den hohen Verbrauch von Plastiktüten vor. In Deutschland gibt es diese inzwischen in den meisten Läden nur noch gegen ein Entgelt oder eine Alternative aus Papier. Selbst wenn es nur eine kleine Summe für eine Tüte ist, denken viele Konsumenten nun darüber nach, ob sie wirklich eine Tüte benötigen. Waren es 2016 noch etwa 45 Plastiktüten, die eine Person im Jahr verwendet hat, so lag die Zahl 2017 nur noch bei 29 Stück. Viele Konsumenten bringen auch vermehrt ihre eigenen Taschen mit zum Einkaufen.

Verpackungsfrei Einkaufen wie im „Tante-Emma-Laden“

Wem in den Supermärkten noch zu viel Plastik verwendet wird, der hat in sogenannten „Unverpackt-Läden“ die Möglichkeit, einzukaufen. Hier werden Waren offen oder- falls nötig- in alternativen Verpackungen, wie Gläsern, verkauft. Die Kunden nehmen ihre eigenen Behälter mit und füllen diese nach Bedarf ab. Die Berechnung des Preises erfolgt dann nach dem Gewicht. So kann neben der Vermeidung des Verpackungsmülls ebenfalls die Lebensmittelverschwendung reduziert werden, weil nur die benötigte Menge eingekauft wird. Neben Lebensmitteln findet man in den „Unverpackt-Läden“ aber auch verschiedene Hygieneartikel, Trinkflaschen und weitere verpackungsfreie Waren. In der Rhein-Neckar-Region gibt es mit „Annas Unverpacktes“ in Heidelberg sowie „Eddie’s Verpackungsfrei Einkaufen“ in Mannheim bereits zwei Geschäfte, die diesem Konzept erfolgreich nachgehen.

Das Problem mit den Kaffeebechern

32 000 Becher am Tag. 32 000 Becher, die Mülleimer zum Überquellen bringen oder sogar achtlos auf den Boden geschmissen werden. 32 000 Becher für durchschnittlich 15 Minuten Kaffeegenuss.  Diese Anzahl an Einwegbechern pro Tag schätzt die Klimaschutzagentur allein für die Stadt Mannheim. Aber wer kennt es nicht? Man ist auf dem Weg zur Arbeit oder auf einem langen Shopping-Trip und müde. Ein Kaffee ist alles, was man braucht um den Tag zu überstehen. Ab zum nächsten Café und ein Coffee-to-go. Aber halt! Das sind Papierbecher… das kann doch nicht so schlimm sein, oder? Leider doch. Neben den offensichtlichen Verschmutzungen durch den Müll werden für die Produktion eine große Menge an Energie, Wasser, Holz und Erdöl verwendet – für unsere Umwelt ein erhebliches Problem. Da die Becher größtenteils nicht aus recyceltem Material hergestellt werden, werden zahlreiche Bäume gefällt. Neben der offensichtlichen Lösung, immer einen eigenen Mehrwegbecher dabei zu haben, gibt es noch weitere Aktionen, wie beispielsweise Poolsysteme, bei dem Mehrwegbecher gegen ein Pfand ausgegeben werden. Das Gefäß kann dann bei einem beliebigen Partner des Systems wieder gegen Geld zurückgetauscht werden kann.

All diese Ansätze zeigen, dass das Bewusstsein hinsichtlich nachhaltigen Konsums in der Gesellschaft wächst. Vielleicht machst du dir nun Gedanken über deinen Verbrauch von Verpackungsmüll und versuchst, bewusster einzukaufen.

 

Tricks & Tools um den Plastikverbrauch im Alltag zu reduzieren:

  1. Vermeide -wenn möglich- überflüssige Plastikprodukte, wie Trinkhalme und Plastikgeschirr
  2. Nimm zum Einkaufen deine eigene Tasche mit
  3. Nutze Mehrwegbecher statt Einwegbecher
  4. Trenne deinen Müll – so kann benutztes Plastik recycelt werden
  5. Kaufe Lebensmittel möglichst lose
  6. Probiere alternative Körperpflegeprodukte, z.B. feste Seife und Holzzahnbürsten
  7. Upcycling – Lässt sich aus dem Plastikmüll vielleicht etwas Schönes basteln?

Mach dich nicht verrückt, wenn du nicht alle Tipps umsetzen kannst – nobody is perfect! Aber mit jeder kleinen Änderung hilfst du der Umwelt.